26/10/2026
„Zerstöre deinen Steuerberater. Kommentiere einfach KI.“
Kennst du diese Ads? Wir auch. Und ehrlich: Sie nerven langsam.
Damit kein Missverständnis entsteht. Wir sind eine KI-gestützte Kanzlei, die E-Commerce liebt. Das trifft auf weniger als 0,01 % der Kanzleien zu. Wir arbeiten jeden Tag mit ChatGPT, Claude und Gemini und wollen darauf nicht mehr verzichten.
Aber vor jeder KI-Antwort stellen wir uns eine Frage: Reden wir gerade mit einem Papagei?
Der Begriff „stochastischer Papagei“ stammt aus einem Forschungspapier von 2021. Gemeint ist: Ein Sprachmodell setzt Sprache nach Wahrscheinlichkeit zusammen. Es liefert, was statistisch am besten passt. Eine durchdachte, gereifte Meinung ist das nicht.
Genau da wird es gefährlich.
Früher hat eine Entscheidung Zeit gebraucht. Erst das Bauchgefühl, dann das Nachdenken, dann die Abwägung. Heute bekommst du die Antwort in zehn Sekunden. Der Reifeprozess fällt einfach weg.
Ein Beispiel aus dem Onlinehandel:
Frag eine KI nach der OSS-Lieferschwelle. Du bekommst sofort die richtige Antwort: 10.000 Euro, EU-weit.
Was die KI nicht weiß: Deine Ware liegt über PAN-EU längst in Polen und Tschechien. Dann brauchst du dort eigene Umsatzsteuer-Registrierungen. Das OSS-Verfahren deckt das nicht ab.
Richtige Antwort. Falscher Fall. Teure Folgen.
Jetzt ein Blick in unseren eigenen Berufsstand.
Unser Geschäftsführer Christian Deák leitet den Lehrgang FAIT (Fachassistent Digitalisierung und IT-Prozesse) an der Steuer-Fachschule Dr. Endriss. Hunderte Teilnehmende aus Kanzleien hat er dort schon unterrichtet. Sein Eindruck: In vielen Kanzleien scheitert es nicht an der KI. Es scheitert schon am papierlosen Arbeiten. Und ohne digitale Belege und Prozesse bringt KI in einer Kanzlei kaum etwas.
Dazu kommt: Laut Bundessteuerberaterkammer ist fast jedes dritte Kammermitglied älter als 60. Viele haben schlicht keine Lust mehr auf das nächste große Versprechen. Verständlich. Schon 2013 hat eine Oxford-Studie dem US-Steuererklärungsersteller eine Automatisierungswahrscheinlichkeit von 99 Prozent bescheinigt. Heute gibt es in Deutschland knapp 90.000 Steuerberater, Tendenz leicht steigend.
Wir glauben trotzdem: Diesmal geht es deutlich schneller als damals. Nur eben nicht so, wie die Ads es versprechen.
Unsere Prognose: In drei bis vier Monaten pendelt sich das ein. Auf einem neuen Niveau. KI wird selbstverständlich, Mandanten wünschen sie sich sogar, weil alles schneller geht. Aber niemand muss sich mehr verstecken, nur weil nicht jeder Handgriff von einer Maschine kommt.
Und wer Mitarbeitende, Steuerberater und Anwälte komplett durch KI ersetzen will, weil er einmal enttäuscht wurde? Der nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Führung in unsicheren Zeiten, saubere IT, echte Verantwortung: Das nimmt dir kein Tool ab.
So arbeiten wir:
Neues intern testen, ohne dass Mandantendaten die Kanzlei verlassen.
Es auch mal eskalieren lassen.
Dann entscheiden.
Und am Ende prüft ein Mensch nach dem Vier-Augen-Prinzip.
Wie siehst du das? Nerven dich die großen KI-Versprechen auch langsam? Oder lässt dir der Algorithmus noch jeden Tag ausrichten, wie weit du hinterherhinkst?
Wir suchen uns unsere Mandanten bewusst aus. Gute Zusammenarbeit funktioniert nur mit den passenden Leuten, und genau deshalb funktioniert sie bei uns so gut. Wenn du einen Steuerberater willst, der KI ernst nimmt, ohne ihr blind zu glauben: Buch dir ein kostenloses Erstgespräch auf www.DHW-StB.de. Dann sehen wir gemeinsam, ob wir dir helfen können und ob es passt.
KI liefert Antworten. Verantwortung liefert sie nicht.