10/09/2026
Nachhaltig Investieren - meine traurige Bilanz
Nachhaltige Geldanlagen sind seit 30 Jahren ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit. Ich hatte Anfang der 90er im Studium sogar ein Semester länger studiert, weil ich das neue Fach "Umweltökonomie und Systemmanagement" vertiefen und meine Diplomarbeit über "Ökobilanzen und Öko-Controlling schreiben wollte. Doch es war noch ein ziemlicher Weg, bis ich meine Kenntnisse auch beruflich nutzen konnte.
Ab 1998 konnte ich dann bei meinem damaligen Arbeitgeber auch "Ökofonds" anbieten. Damals haben Kundinnen sogar explizit nach ökologischen Geldanlagen oder Ökofonds gefragt. Sie hatten sehr konkrete Vorstellungen darüber, in was sie nicht investieren wollten. Einige erklärten mir in der Beratung, dass sie dafür auch eine geringere Rendite in Kauf nehmen würden.
Vor ungefähr zehn Jahren hat sich dieses Anlegerinnenverhalten in meiner Beratungspraxis extrem verändert. Die erste Frage, meist schon am Telefon: "Haben`se auch ETFs?" Neue Kundinnen waren von Finfluencer:innen , selbsternannten Verbraucherschützern und Anleger-Rettern gebrieft. Der Narrativ vom bösen Finanzberater und der Narrativ vom ETF, der goldene Eier legt, wirkten plötzlich wie Gehirnwäsche und Umprogrammierung.
Jetzt scheint sich etwas zu verändern. Ich merke dass viele Frauen verunsichert sind, ob ETF, MSCI World, der KI-Wetterlauf rund um die Welt wirklich das richtig war. Auch Werte scheinen wieder wichtiger zu werden. Vielleicht hat unser Planet Erde doch noch eine Chance?
Wie steht ihr zu nachhaltigen Geldanlagen?
1. wichtig
2. interessiert mich nicht
3. nur wenn es nicht die Rendite schmälert?
Ich freue mich über alle Kommentare. (Am meisten natürlich, wenn sie auch mal wieder ein bisschen Mut machen.)